Melody Gardots Karriere begann unter außergewöhnlichen Umständen. 2003 wurde sie in Philadelphia bei einem schweren Fahrradunfall lebensverändernd verletzt, als ein SUV-Fahrer Fahrerflucht beging. Die damals 19-Jährige erlitt schwere Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen sowie mehrere Beckenbrüche.
Während ihrer langen Rehabilitation wurde Musik zu einem zentralen Bestandteil ihres Genesungsprozesses. Im Rahmen einer Musiktherapie begann Gardot zu singen, Gitarre zu spielen und eigene Songs zu schreiben. Aufnahmen dienten ihr dabei auch als Gedächtnisstütze, nachdem sie infolge des Unfalls unter erheblichen Problemen mit dem Kurzzeitgedächtnis litt. Rückblickend beschrieb sie das Songwriting als Möglichkeit, Erinnerungen festzuhalten und sich neu zu orientieren.
Nur wenige Jahre später kehrte Melody Gardot auf die Bühne zurück. Bis heute tritt sie aufgrund ihrer anhaltenden Lichtempfindlichkeit häufig mit getönten Brillen auf. Inzwischen zählt sie zu den markantesten Stimmen des zeitgenössischen Jazz: Mit mehreren international erfolgreichen und teils Grammy-nominierten Alben hat sie einen unverwechselbaren Stil entwickelt, der Jazz, Blues, Chanson, Bossa Nova und Einflüsse aus Pop und Weltmusik verbindet.
Auch in den vergangenen Jahren blieb Gardot künstlerisch präsent: Auf das intime Duoalbum Entre eux deux mit dem Pianisten Philippe Powell folgte 2024 mit The Essential Melody Gardot erstmals eine umfassende Werkschau, für die sie Songs aus mehr als einem Jahrzehnt ihrer Karriere selbst kuratierte.
INFO
Eintritt: VVK 89,50 €/AK 92,00 €
Einlass: 18:30 Uhr
Beginn: 19:30 Uhr
Gehört zu: Leverkusener Jazztage 2026.

